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Das Jahr 1909

Schulchronik Laasow

19.04. Am Sonntag, den 18.4, abends gegen 9 Uhr, erscholl Feuerlärm im Dorfe. Das Wohnhaus und Scheune des Schuhmachermeisters Leichner standen in Flammen und wurden die Gebäude vollständig eingeäschert. Gerettet konnte nur wenig werden, auch die Hühner verbrannten. Die Entstehungsursache des Feuers ist unbekannt, es wird Brandstiftung vermutet. Der Schaden soll durch Versicherung gedeckt sein, doch ist leider der zweite Inhaber des Hauses Botto, wie es heißt nicht versichert, und wohl empfindlich geschädigt worden.

26.4. Am 25.04.09, also acht Tage nach obigen Feuer, brach abermals Feuer im Dorfe aus, das diesmal größeren Umfang annahm. Abends gegen 10 Uhr, stand der Stall des Halbbauers Wehsner in Flammen. Von hier aus griff das Feuer auf die Scheunen über und legte dann auf die Wirtschaftsgebäude des Nachbars Kanter in Asche. Im ganzen sind 6 Gebäude abgebrannt. Eine Scheune brannte morgens gegen 9 Uhr noch ab, die in der Nacht verschont blieb. Auch bei diesem Feuer ist wohl Brandstiftung anzunehmen. Es scheint in Laasow Modesache zu sein, alte Gebäude abzubrennen, um billig neu aufbauen zu können. In 1½ Jahren, so lange weile ich jetzt hier, ist fünf Male Feuer gewesen. Stets war Brandstiftung mit Händen zu greifen, leider aber wird niemand erwischt, und so bleibt der Frevel ungestraft, und ermuntert immer wieder. Es ist ein trauriges Zeichen des sittlichen und religiösen Niederganges des Spreewaldvolkes, auch in den umliegenden Dörfern gehts ähnlich zu, daß so wenig Gottesstrafende Hand gefürchtet wird. Das Sprichwort: „ Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen“ scheint die Wahrheit verloren zu haben. Die Brandstifter ruhen auf ihren Lorbeeren sanft und sicher und freuen sich ihrer Freveltat. Gott lasse es anders werden!

15.5. Am 10. Mai verunglückte der Halbbauer Karl Wehsner tödlich, indem ihm beim Aufladen von Bauholz ein Stamm den Schädel einschlug. Das Tragische des Vorfalls besteht in dem plötzlichen Tode, hervorgerufen durch den am 25. April gewesenen Brand seines Stalles und seiner Scheune. Wäre dieser Vorfall nicht gewesen, hätte das Unglück nicht geschehen können, da er dann kein Bauholz gebraucht hätte. Er hinterläßt eine Frau mit 3 kleinen Kindern im Alter von 3, 6 und 8 Jahren.

Am 6. Juni verstarb der 7jährige Sohn Max des Kaufmanns Züllner an Blinddarm- und Bauchfellentzündung.

Am 23.08. wurde Paul Schötz wieder, infolge Wegzuges seiner Mutter nach Straupitz überwiesen. Am 2.9. wurde das Sedanfest in üblicher Weise gefeiert.

d. 19.1. 1910.


Am 4.I. 09 wurde der Schüler Paul Schötz von Straupitz wieder aufgenommen. Am 6.I. 09 war kein Unterricht. Am 27.I. 09 wurde Kaisers Geburtstag gefeiert. Am 17.Ⅱ. war die diesjährige Schulprüfung. Als Zuhörer war niemand erschienen. Am 3. April wurden die Konfirmanden entlassen, 3 Knaben und 5 Mädchen. Vom 5. April bis 15. April dauerten die Osterferien. Am 16.4. 09 wurden neu aufgenommen 7 Kinder, 3 Knaben und 4 Mädchen. Die Schülerzahl beträgt nun 62, Knaben 34 und Mädchen 28.

Am 23.5. unternahm die Schule einen Ausflug nach dem Spreewalde. Die Fahrt ging von Straupitz auf 3 Kähnen nach Lübbenau, und berührte die schönsten Punkte des Spreewaldes. Die Partie verlief harmonisch ohne jeden Zwischenfall und zeigte den Kindern einen schönen Teil ihrer engeren Heimat.

Vom 29. Mai bis 3. Juni waren Pfingstferien. Am 15.6. 09 wurden Helene und Johanna Anton, die den Sommer hier bei den Großeltern weilen sollen, für diese Zeit aus Lübben aufgenommen. Am 7.7. 09 war kein Unterricht, da in Straupitz Bezirkslehrerkonferenz war, und dieselbe um 9 Uhr begann. Ernteferien waren vom 19.7. - 7.8. 09. Am 10.8. war der Lehrer erkrankt und deshalb kein Unterricht. Vom 27.9. bis 16.10. waren Herbstferien. Am 1.X. wurden Helene und Johanna Anton wieder nach Lübben zurück überwiesen. Am 20. November wurde Marie Neumann nach Lübben überwiesen, da sie wieder zu den Eltern zurückging. Am 1. Dezember fiel der Unterricht aus, weil der Lehrer Vieh zählte. Am 10. Dezember war der Lehrer zu einem Termin nach Lübben beurlaubt! Am 17. Dezember war der Lehrer zu einem Termin nach Lübben beurlaubt! Vom 24.12. 09 bis 2.I. 10 waren Weihnachtsferien! Am 24.12. 09 feierte die Schule in der hiesigen Schulstube ein Weihnachtsfest, das nach allgemeinen Urteil sehr gelungen ist.

Quelle: Schulchronik der Gemeinde Laasow 1797 – 1951,

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 20. Februar 2011 um 18:05 Uhr