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Das Jahr 1906

Schulchronik Laasow

Da sich der bisherige Schulvorsteher, Auszügler Friedrich Meehs hier selbst, auf Drängen mehrerer Mitglieder der Gemeinde von seinem Amte abgemeldet hatte, wurde nun der Halbbauer Karl Bochan hier selbst zum Schulvorsteher gewählt und im Februar d. J. bestätigt.

In diesem Jahre wurde wieder von der Königlichen Regierung gefordert, das Gehalt der alleinstehenden Lehrer auf 1100 Mark und die Alterszulagenstufen auf 120 Mark zu erhöhen. Auch diesmal hatte der Vorsitzende des Schulvorstandes, Herr Pastor Voigt – Straupitz – eine Versammlung der hiesigen Hausväter zum 11. Sept. anberaumt, wozu aber keine Mitglieder erschienen waren. Nachdem nun der Gemeindevorsteher Knopf nochmals eine Versammlung anberaumt hatte, waren dazu 7 Hausväter erschienen. Von diesen stimmten 4 Mitglieder für und 3 Mitglieder gegen die Erhöhung. Demnach beträgt nun das Gehalt des hiesigen Lehrers vom 1. April 1906 ab 1100 Grundgehalt und die Stufen der Alterszulage je 120 Mark.

Im November d.J. wurde auf dem Schulgehöft auch ein neuer Abort erbaut, weil der alte zu klein und schlecht war. Weil ein Pissoir bisher gar nicht vorhanden war, so mußte ein solches auch zu gleicher Zeit mit erbaut werden.


Am 3. Januar wurde 1 Knabe von Syckadel aufgenommen, welcher zu seinen Eltern zurück nach Laasow kam. Vom 19. bis zum 24. Januar war wegen Erkrankung des Lehrers kein Unterricht. Am 5. Februar wurde ein Mädchen von Mochow aufgenommen. Wegen Heiserkeit des Lehrers war wieder am 15. Februar kein Unterricht.

Die Osterprüfung war am 13. März. Dieselbe wurde von dem Lokalschulinspektor Herrn Pastor Voigt aus Straupitz abgehalten. Die Mitglieder des Schulvorstandes aus der Gemeinde glänzten durch Abwesenheit. Die Prüfung begann um 8¼ Uhr vormittags und endete um 12 ¼ Uhr mittags.

Die Prüfung begann mit der I. Klasse. Es wurde in folgenden Unterrichtsfächern geprüft: Religion: Die Richter „Gidion, Simson und der König Saul“. Hierbei wurde auch zugleich die Geographie von Palästina geprüft. Nachher wurden Gebote, Artikel und Lieder aufgesagt. Deutsch:Lesen im Lesebuch. Seite: 142. Hierauf wurden Ding- und Zeitwörter gebogen, Satzlehre geprüft und einige gelernte Gedichte von den Schülern aufgesagt und zuletzt ein Diktat geschrieben. Nun folgte das Rechnen. Zuerst wurden alle drei Abteilungen im Kopfrechnen und danach im Tafelrechnen geprüft. Als um 11 Uhr die Ⅱ. Klasse zur Prüfung erschienen war, wurde die Prüfung mit beiden Klassen zusammen fortgesetzt. Die Ⅱ. Klasse wurde in Religion, Lesen und Rechnen geprüft. Dann folgte bei der Ⅰ. Klasse Geographie. Die Schüler hatten „Die Elbe und Oder“ zu beschreiben. Geschichte: Die schlesischen Kriege. Naturkunde: Der Bau des menschlichen Körpers. Als die Schüler der Ⅰ. Klasse noch einige Choräle und Volkslieder gesungen hatten, wurde die Prüfung mit beiden Klassen um 12¼ Uhr beendet.

Am 24. März war die Reichstagswahl und kein Unterricht.

Die Entlassung der 2 Konfirmanden, ein Knabe und 1 Mädchen geschah am 7.April. Die Osterferien dauerten vom 9. bis zum 19. April. Aufgenommen wurden am 20. April 10 Kinder, 7 Knaben und 3 Mädchen. Das Sommerhalbjahr begann am 30. April. An diesem Tage wurde auch ein Mädchen von Lübben hier aufgenommen, welches aber schon wieder am 19. Mai nach Lübben verzog. Den 29. Mai mußte der Lehrer zum Termin beim Schwurgericht zu Cottbus und wegen seiner Abwesenheit hier selbst kein Unterricht. - Die Pfingstferien begannen am 2. und endeten am 7. Juni. Am 21. Juni verzogen 4 Knaben mit ihren Eltern nach Kleinleine. Die Sommerferien dauerten vom 9. bis zum 28. Juli. Am 14. August wurde eine Schülerin von Lübben hier aufgenommen. Am 19. September war wegen Abwesenheit des Lehrers zur Kreis-Lehrerkonferenz in Lübben kein Unterricht. Die Herbstferien dauerten vom 24. September bis zum 13. October. Das Winterhalbjahr begann am 1. November.

Vom 29. October bis zum 5. November war wegen Krankheit des Lehrers kein Unterricht und nachher hatte der Lehrer Faber aus Butzen vom 6. bis zum 17. November übernommen. Er unterrichtete in der hiesigen Schule nachmittags 3 Stunden an 4 Tagen in der Woche. Am … October wurde ein Knabe von Waldow in der hiesigen Schule aufgenommen. Den 6. November wurden 4 Kinder, 2 Knaben und 2 Mädchen, die mit ihren Eltern von Butzen nach Laasow verzogen waren, als Schüler in der hiesigen Schule aufgenommen. Die Weihnachtsferien dauerten vom 24. December bis zum 2. Januar 1907. Auch in diesem Jahre waren der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und der Sedantag für die hiesige Schule Feiertage.

Quelle: Schulchronik der Gemeinde Laasow 1797 – 1951,

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 20. Februar 2011 um 17:51 Uhr