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Das Jahr 1905

Schulchronik Laasow

Nach dem neuen Schuldotationsgesetz, welches am 3. März im Jahre 1897 gegeben war, sollte jede alleinstehende Lehrerstelle auf dem Lande ein Grundgehalt von 900 Mark erhalten, und das Holzgeld des Lehrers für den eigenen Bedarf dabei mit 60 Mark eingerechnet werden. Dies Gesetz trat mit dem 1. April 1897 in Kraft und erhielt demnach die hiesige Schulstelle eine Zulage von 53 Mark, die von der Königlichen Regierung gezahlt wird. Durch Verfügung des Herrn Ministers der geistlichen Angelegenheiten sollte in diesem Jahre das Gehalt des alleinstehenden Lehrers auf dem Lande von 900 auf 1000 Mark erhöht werden.

Auf Veranlassung der Königlichen Regierung zu Frankfurt a./O. wurde nun von dem hiesigen Lokalschulinspektor, Herrn Pastor Voigt zu Straupitz, am 13. Juni hier selbst eine Hausväterversammlung abgehalten. Zu dieser Versammlung waren 7 Mitglieder der Gemeinde erschienen, und wurde von ihnen die Aufbesserung einstimmig abgelehnt, weil die Gemeinde jährlich 20 Mark aufbringen sollte. - Demnach verblieb das Gehalt bei 900 Mark.


In diesem Jahre war die Revision der hiesigen Schule am 2. Februar und wurde von dem Königlichen Kreisschulinspektor Herrn Pastor Gruber aus Lübben abgehalten. Es wurde diesmal die Ober-, Mittel- und Unterstufe zu gleicher Zeit geprüft. Die Revision begann am Nachmittag um 2¾ Uhr. Anwesend war nur der Schulvorsteher Meehs vom Schulvorstand.

Die erste Klasse wurde zuerst in der Religion geprüft. Die Geschichte von Gethsemane wurde mit dem Gebet des Herrn verbunden. Von der 2. Klasse wurden die Gebote aufgesagt. Dann wurde von beiden Klassen gelesen. Nun folgte das Rechnen. Die erste Klasse hatte auf der Tafel zu multiplic., und nachher Kopfrechnen. Die 2. Klasse rechnete im Kopfe. In der Geographie wurden Europa, Heimatkunde, der Kreis- und Regierungsbezirke geprüft. Aus der Geschichte wurde der erste Kreuzzug und Rudolf von Habsburg geprüft. Naturlehre: Das Salz. Zum Schluß wurden einige Choräle und Volkslieder gesungen. Um 4½ Uhr wurde die Revision beendet.

Vom 11. bis 15. Februar war wegen Krankheit des Lehrers kein Unterricht. Die Osterprüfung war am 5. April und wurde von dem Schulinspektor Herrn Pastor Voigt aus Straupitz abgehalten. Die Prüfung begann vormittags um 8 Uhr. Zuerst wurde in der Religion geprüft. Für die erste Klasse war „Die Salbung Jesu“ als Aufgabe gestellt. Die zweite Klasse erhielt als Aufgabe „Die Hochzeit zu Kana“. Nachher wurde die erste Klasse im Lesen, in der Satzlehre und in den Wörterklassen geprüft, auch wurden Gedichte aufgesagt und ein Diktat geschrieben. Hierauf wurden beide Abteilungen der 2. Klasse im Lesen geprüft. Nun folgte das Rechnen. Die erste Abteilung der ersten Klasse hatte Kopfrechnen aus der Zinsrechnung; die zweite Abteilung rechnete mit Dezimalbrüchen an den Wandtafeln. Bei der zweiten Klasse wurde das Einmaleins mit der ersten Abteilung und bei der zweiten Abteilung das Zulegen geprüft.

Geschichte: Schalkhaldische Krieg

Geographie: Es wurde nach den Städten an der Elbe gefragt und der Globus besprochen.

Naturkunde: Barometer

Singen: Volkslieder und Choräle

Schluß: 11½ Uhr vormittags.

Die Entlassung der acht Konfirmanden, 3 Knaben und 5 Mädchen erfolgte am 15. April. Die Osterferien dauerten vom 17. bis zum 27. April. Aufgenommen wurden in diesem Jahr am 28. April 8 Kinder, 3Knaben und 5 Mädchen. Das Sommerhalbjahr begann am 1. Mai. Die Pfingstferien begannen am 10. und endeten am 15. juni. Am 9. Mai war eine „Schillerfeier“ und kein Unterricht. Es wurden 5 Exemplare von der Festgabe an die Schüler verteilt. Sommerferien waren vom 10. bis zum 29. Juli. Die Herbstferien dauerten vom 25. September bis zum 14. October. Das Winterhalbjahr begann am 1. November. Wegen der Volkszählung war am 1. Dezember kein Unterricht, weil der Lehrer dabei als Zähler mitwirkte. Die Weihnachtsferien begannen am 24. December und endeten am 2. Januar 1906. An den vaterländischen Gedenktagen, als am Geburtstage des Kaisers und Sedantage war auch kein Unterricht.

Quelle: Schulchronik der Gemeinde Laasow 1797 – 1951,

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 20. Februar 2011 um 17:48 Uhr