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Das Jahr 1901

Schulchronik Laasow

Durch die Kur in Karlsbad war der Zustand meiner Frau nicht besser, sondern schlimmer geworden. Vom 13. Mai d.J. konnte sie das Bett nur auf kurze Zeit verlassen, und da ihre Krankheit sich mit jedem Tage mehrte, mußte sie vom 22. Mai immer das Bett hüten. Nachdem sie noch am 12. Juni mit mir das heilige Abendmahl im Hause empfangen hatte, erlöste sie Gott der Herr am 17. Juni morgens um 5 Uhr, durch einen sanften Tod von ihrem schweren Leiden. Am Donnerstag, den 20. Juni, wurde sie dann feierlich mit Leichenpredigt auf den alten Kirchhof zu Straupitz zur Ruhe bestattet, Friede ihrer Asche!


Am 8. Januar verzog 1 Knabe nach Wuhswergk. Am 18. Januar wurde eine 200-jährige Jubelfeier des Königreichs Preußen in der hiesigen Schule abgehalten und war an diesem Tage kein Unterricht. Am 18. Februar ist ein Mädchen von Alt Zauche zugezogen. Die Osterprüfung war am 4. März und wurde von den Lokalschulinspektor Herrn Pastor Voigt zu Straupitz abgehalten. Von den Mitgliedern der hiesigen Gemeinde waren dabei anwesend:

1. Gemeindevorsteher Knopf und

2. Schulvorsteher Meehs.

Die Prüfung der Ober- und Mittelstufe begann um 8¼ Uhr und dauerte bis 10¾ Uhr vorm. Es wurde geprüft: Religion: Lazarus Auferweckung, 2. und 3. Artikel und die Erscheinung des Herrn Jesu. Deutsch: Aufsagen der Gedichte: „Der Winter ist ein rechter Mann“, „Die alte Waschfrau“. Gelesen wurde Seite: 159 No: 35 aus dem Lesebuch. Gerechnet wurde mit allen Abteilungen im Kopfe und mit der 1. Abteilung Dezimalbrüche schriftlich an der Wandtafel. Geschichte: Der Friede der Freiheitskriege. Geographie: Europa – Inseln, Meere und Länder. Naturlehre: Regen und Schnee. Gesang: Choräle und Volkslieder.

Um 11 Uhr begann die Prüfung der Unterstufe und dauerte bis 12 Uhr. Die Schüler wurden in Religion, im Lesen, Rechnen und Anschauungsunterricht geprüft.

Am Tage nach der Prüfung d. 5. März war kein Unterricht. Die Entlassung der 7 Konfirmanden, 5 Knaben 2 Mädchen geschah am 30. März. Aufgenommen wurden 8 Kinder, 4 Knaben und 4 Mädchen. Die Zahl der Schüler betrug jetzt 62, darunter sind 29 Knaben und 33 Mädchen. Die Osterferien begannen am 3. und endeten am 11. April. Das Sommerhalbjahr begann am 1. Mai. Vom 13. bis 22. Juni war wegen schwerer Krankheit und Todesfall meiner Ehefrau, Elise Schmidt geb. Reichert, und Heiserkeit des Lehrers kein Unterricht. Am 15. Juni verzogen 5 Schüler, 2 Knaben und 3 Mädchen von hier nach Butzen. Am 21. Juni wurde 1 Knabe von Syckadel aufgenommen.

Den 6. Juli erschien der Regierungs-Schulrat Herr Meinke aus Frankfurt a/O. im hiesigen Orte um die Schule zu revidieren. Die Revision begann vormittags um 9½ Uhr und dauerte bis 10¾ Uhr. Es wurde die Ober- und Mittelstufe in Religion, Deutsch, Rechnen, Geschichte, Geographie und Gesang meist von Herrn Rat selber geprüft. Mit dem Ergebnis der Revision war der Herr Rat zufrieden.

Die Ernteferien dauerten vom 12. bis zum 27. Juli. Wegen einer Reise des Lehrers nach Frankfurt war am 10. August kein Unterricht. Die Kreis-Lehrerkonferenz war am 12. September zu Lübben und wegen Teilnahme des Lehrers der Tag somit unterrichtsfrei. Die Herbstferien dauerten vom 22. September bis zum 13. October. Aufgenommen1 wurden am 9. April 8 Kinder, 5 Knaben und 3 Mädchen. Die Zahl der Schüler betrug demnach am Anfange des Schuljahres 60. Davon waren 29 Knaben und 31 Mädchen. Die Osterferien begannen am 11. April und endeten am 19. April. Das Sommerhalbjahr begann am 30. April. Die Pfingstferien dauerten 2. bis 11. Juni. Wegen einer Reise des Lehrers mit seiner kranken Frau nach Karlsbad wurden diesen um 2 Tage verlängert.

Die Revision der hiesigen Schule durch den Kreisschulinspektor Pastor Wex aus Neuzauche fand am 2. Juni statt. Die Mitglieder des Schulvorstandes waren entschuldigt. Um 6¾ Uhr morgens nahm die Revision ihren Anfang. Sie wurde mit Gesang und Gebet begonnen. Geprüft wurde: Religion: Die Kinder erzählten zuerst die Geschichte von Jonas, dann wurde dieselbe vom Herrn Revisor behandelt und nachher der 2. Artikel von den Kindern einzeln und im Chor aufgesagt. Im Rechnen wurde das Einmaleins, die Maße und Regeldetrie im Kopfe geprüft. Deutsch: Gelesen wurde das Lesestück Seite: 53 No: 70 „Beten und Arbeiten“; das Gedicht: „Kinderlied von den grünen Sommervögeln“ vom Lehrer besprochen und nach den Wörterklassen gefragt. Geschichte: „Die alten Deutschen“. Geographie wurde vom Herrn Revisor selber geprüft, und zwar Städte und Flüsse Deutschland, auch Heimatkunde. Nun wurden noch einige Choräle gesungen. Mit Gebet und Gesang wurde die Revision um 8½ Uhr beschlossen.

Es folgte im Anschluß hieran sogleich die Revision der Unterstufe. Religion: Biblische Geschichte, Gebote und Liedverse wurden aufgesagt. Rechnen: Mit beiden Abteilungen wurde im Kopfe gerechnet. Anschauungs-Unterricht: Das Bild: „Pferd und Sperling“ wurde vom Lehrer besprochen. Um 9¼ Uhr wurde mit Gebet geschlossen.

Die Sommerferien dauerten vom 11. bis 30. Juli. Auch in diesem Jahre erhielt die hiesige Schulgemeinde von der Königlichen Regierung zu Frankfurt Oder eine Beihilfe von 25 Mark. Es wurde dafür 1 Globus und 1 Bild für den Anschauungs-Unterricht beschafft. Am 6. August wurde 1 Knabe von Byhleguhre aufgenommen. (Die Schülerzahl beträgt: 61). Die Herbstferien begannen am 22. September und endeten am 19. October. Am 6. Octb. verzog 1 Mädchen nach Lübben, die Töchterschule zu besuchen. Am 1. November nahm das Winterhalbjahr seinen Anfang. Den 2. November war kein Unterricht, weil an diesem Tage eine Konferenz in der Ⅱ. Klasse zu Straupitz abgehalten wurde. Als waisen Rat der hiesigen Gemeinde mußte der Lehrer am 19. November an der vom Amtsgericht zu Lübben anberaumten Waisenratssitzung teilnehmen, und war deshalb an diesem Tage auch kein Unterricht. Die Weihnachtsferien dauerten vom 22. Dec. bis zum 3. Januar.2 Das Winterhalbjahr begann am 1. November. Als waisen Rat der hiesigen Gemeinde mußte ich am 13. November zu einer Waisenratssitzung zum Amtsgericht nach Lübben und war deshalb an diesem Tage kein Unterricht. Die Weihnachtsferien begannen am 23. Dec und endeten am 6. Januar 1902.

Quelle: Schulchronik der Gemeinde Laasow 1797 – 1951,

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 18. Februar 2011 um 17:02 Uhr