Spreewaldheide.de

Die private Internetseite für die Dörfer Butzen, Laasow, Sacrow & Waldow.

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start Spreewaldheide Archiv Das Jahr 1898

Das Jahr 1898

Schulchronik Laasow

Die Osterprüfung war am 17. März und wurde von den Lokalschulinspektor Herrn Pastor Voigt zu Straupitz abgehalten. Von den Gemeindemitgliedern waren anwesend:

1. Gemeindevorsteher Grasme und

2. Schulvorsteher Meehs.

Die Prüfung der Ober- und Mittelstufe begann um 9 Uhr vormittags. Die Prüfung begann mit Religion. Es wurde die Geschichte „Von Sauls Salbung“ mit den Kindern besprochen, dann Fragen aus dem 2. Artikel von Herrn Pastor gestellt, auch der Choral: „Wollt ihr wissen“ von den Kindern gesungen und Verse von den Liedern: „Herzliebster Jesu“ und „O Haupt voll Blut“ aufgesagt. Deutsch: Gelesen wurde das Lesestück aus dem Lesebuch, Seite 166 No: 40 und dann das Gedicht: „Auf Scharnhorsts Tod“ mit den Kindern besprochen. In der Geographie wurde „die Oder“ geprüft. Aus der Naturlehre wurde „der Heronsball“ und „die Feuerspritze“ besprochen. Nachher wurden noch einige Volkslieder gesungen und dann zum Schluß mit den 3 Abteilungen im Kopf gerechnet. Geschlossen wurde um 11¼ Uhr.

Nun folgte die Prüfung der Unterstufe. Religion: Die Geschichte: „Die Taufe Jesu“ wurde von den Kindern erzählt und dann mit ihnen besprochen; hernach wurden mit den Kindern einige Gebete, Gebote und Liedverse aufgesagt, und von allen Abteilungen gelesen.

Am 19. März verzogen 2 Knaben (Klauk) nach Stottoff bei Lübbenau. Die Entlassung der 10 Konfirmanden, 3 Knaben und 7 Mädchen geschah am 2. April. Es verbleiben in der Schule noch 43 Schüler. Die Osterferien begannen am 5. April und dauerten bis zum 14. April. Aufgenommen wurden in diesem Jahre, am 14. April nur 2 Kinder, 1 Knabe und 1 Mädchen. In der Mitte des Monats April erkrankten die Schüler an Masern und wurde deshalb der Unterricht in der Schule vom 9. bis 14. Mai auf Anordnung des Königlichen Landratsamtes zu Lübben ausgesetz. Von 45 Schülern blieben nur 9 gesund. Die Pfingstferien waren vom 27. Mai bis 3. Juni. Am 9. Juni war wegen Abwesenheit des Lehrers (Lübben) kein Unterricht. Am 16. und 24. Juni waren in der hiesigen Schule die Wahlen zum Reichstag und somit an diesen Tagen auch kein Unterricht.

Am 5. Juli wurde die Ober- und Mittelstufe der hiesigen Schule von den Königlichen Kreisschulinspektor Herrn Pastor Wex aus Neuzauche revidiert. Anwesend war dabei der Lokalschulinspektor Herr Pastor Voigt aus Straupitz.

Die Revision begann vormittags um 7 Uhr.

In der Religion sollte ein Überblick von der Teilung des Reiches Israels ab bis zur Zerstörung der Reiche Juda und Israel gegeben werden. Das vierte Hauptstück wurde von den Schülern aufgesagt und vom Lehrer mit ihnen besprochen. Jetzt wurde der Choral: „Auf Christi pp“ gesungen. Gerechnet wurden die vier Grundrechenarten, Regeldetrie- und Zinsrechnungsaufgaben im Kopfe. Auch nach den verschiedenen Maßen wurde vom Herrn Revisor gefragt. Deutsch: Gelesen wurde das Lesestück: S. 375 No: 42 Norwegen; nachher die Dingwörter und Verhältniswörter besprochen und Sätze von den Kindern gebildet. Nun wurde vom Herrn Revisor ein Satz diktiert und von den Kindern aufgeschrieben. In der Geschichte wurde Kaiser Wilhelm I. und Wilhelm Ⅱ. wie auch der Krieg 1864 geprüft. In der Geographie prüfte der Herr Revisor Deutschland und Heimatkunde. Zum Schluß wurden noch einige Choräle und ein Volkslied von den Schülern gesungen und wurde nun um 8 ½  Uhr die Revision beendet.

Die Sommerferien begannen am 18. Juli und endeten am 31. Juli. Herbstferien waren vom 17. September bis zum 10.October. Am 15. September wurde die diesjährige Kreis- Lehrerkonferenz zu Lübben abgehalten und war wegen Anwesenheit des Lehrers daselbst dieser Tag somit unterrichtsfrei. Das Winterhalbjahr begann am 1. November. Die Weihnachtsferien begannen am 23. December und endeten am 2.Januar.

Einkommen der Lehrerstelle 1898

1. Brennmaterial 60 MK
2. Landnutzung 90 MK
3. Naturalien (Roggen, Stroh) 126 MK
4. Staatsbeitrag 425 MK
5. Staatsbeihilfe 140 MK
6. dto 53 MK
7. Häuslergeld 6 MK
Summa: 900 MK

 

 

 

 

 

 

gez. Der Lehrer Schmidt

 

*) Der Staatsbeitrag

von 500 M ist verteilt:

a. 425 M Gehalt
b. 72 M für Handarb.
c. 3 M Holzgeld
Su: 500 M

 

 

 

Quelle: Schulchronik der Gemeinde Laasow 1797 – 1951,

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 13. Februar 2011 um 18:43 Uhr