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Stollenreiten in der Spreewaldheide

Das Stollenreiten ist eine sorbische Tradition, die als Erntedank-Fest an einem der letzten Sonntage im August gefeiert wird. In den Dörfern der Gemeinde Spreewaldheide wird diese Tradition seit den 1960er Jahren leider nicht mehr durchgeführt. Sie war aber bis dahin aber ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Dorflebens. Heute zeugen nur noch alte Fotografien von dieser Tradition.

Vor dem eigentlichen Stollenreiten wurde am Vormittag des Festtages ein Erntedank-Gottesdienst durchgeführt. Anschließend fand das Stollenreiten als Wettrennen der jungen Bauernburschen zu Pferde auf einem abgeernteten Feld statt.

Dazu mussten sich die Burschen ein Pferd besorgen. Geritten wurde jedoch nicht mit einem Sattel, sondern die Reiter saßen auf einer Pferdedecke. Dem Fest entsprechend wurden die Decken mit Blumen geschmückt. Aber nicht nur die Pferdedecken wurden dekoriert. Auch die Dorfjugend putzte sich heraus. Die Jungen trugen für ihren Ritt über den Acker eine weißes Hemd und eine weiße Hose. Die Mädchen trugen die typische Spreewaldtracht, früher noch mit der großen Kopfhaube, oder einem Blumenkranz, später wurde kein spezieller Kopfschmuck getragen.

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Dem siegreichen Reiter und seinem Pferd wurde ein Kranz aus Eichenlaub überreicht. Die eigentliche Siegertrophäe war jedoch ein mit Spargelkraut geschmückter Stollen. Auch die Mädchen kürten eine Siegerin. Entweder veranstalteten sie ein Topfschlagen, Schubkarrenrennen oder ein ähnliches Spiel. Nachdem die Sieger ermittelt waren, wurde am Abend im Gasthaus getanzt und gefeiert.

Das Stollenreiten in seiner ursprünglichen Form kann heute noch in der Nachbargemeinde Neu Zauche erlebt werden.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 19. April 2011 um 18:45 Uhr