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Das Jahr 1891

Schulchronik Laasow

Am 16. März wurde die übliche Osterprüfung von dem Lokalschulinspektor Herrn Pastor Penschke zu Straupitz in der hiesigen Schule abgehalten.

Von den Mitgliedern der Gemeinde waren nachstehende Personen anwesend.

a. der Gemeindevorsteher Grasme

b. der Schulvorsteher Meehs und

c. der Kirchenälteste Kopsch.

Die Prüfung begann mit der 1. Abteilung um 8½ Uhr und dauerte bis ungefähr 10 Uhr. Es wurden zuerst die 3 ersten Verse des Liedes: „Wollt ihr wissen“ gesungen, und nachher die übliche Morgenandacht, bestehend in Wechselgesprächen zwischen dem Lehrer und den Kindern gehalten. In der Religion wurde die biblische Geschichte: „Jesus in Gethsemane“ behandelt, und nachher mußten noch einige beim Katechismusunterricht gelernte Sprüche von den Schülern aufgesagt werden.

Nun bestimmte der Herr Revisor einige Knaben, und ließ von ihnen 2 Quittungen und einen Brief an einen Geistlichen (selbstständig) an die Wandtafel schreiben. Nachdem nun noch ein kurzes Diktat von allen Kindern auf ihre Tafeln geschrieben und vom Herrn Revisor durchgesehen worden war, wurde die Revision mit dem Gebet: „Laß Deinen Segen“ und dem Gesange: „Ach bleib mit Deiner Treue“ geschlossen. Nun begann sogleich die Prüfung der 2. Abteilung. Gebetet wurde: „Alles, was“. Als Aufgabe in der Religion war die Besprechung „des 4. Gebotes“ gestellt; nachher wurden auch die gelernten Sprüche, Gebete und einige Liedverse von den Kindern aufgesagt; und nachdem dies geschehen war, mußten alle 3 Abteilungen lesen.

Im Rechnen wurden alle Kinder aus Mangel an Zeit gemeinschaftlich und zwar im Zulegen und Wegnehmen der Zahlen geprüft. Von den geübten Chorälen wurde „O Welt, sieh hier dein Leben“ und das Lied: „Kommt o lieben Kinder“ gesungen. Mit dem Gebet: „Vaterunser“ wurde nun die Prüfung gegen 11 Uhr geschlossen.

Noch ist zu bemerken, daß im Lesen zwei Knaben: 1. Adolf Schulz und 2. Gustav Winkler wiederholt zurückgeblieben waren. Schulz ist sehr gering begabt, Winkler aber entsetzlich faul. Der Mangel an Gehör beim Gesange zeigte sich bei Adolf Schulz, Paul Faber und Marie Schmarsch.

Der Ostermarkt in Straupitz war den 4. März und dies mithin ein schulfreier Tag. Auch am 17. März, dem Tage nach der Oster-Revision war kein Unterricht. Die Entlassung der 8 Konfirmanden, darunter waren 6 Knaben und 2 Mädchen erfolgte am 21. März. Die Osterferien dauerten vom 26. März bis zum 2. April. Neu aufgenommen wurden am 3. April 7 Kinder, darunter 3 Knaben und 4 Mädchen. Das Winterhalbjahr schloß mit dem 30. April und begann am 1. Mai das Sommerhalbjahr. Die Zahl der Schulkinder beträgt am Anfange des Sommerhalbjahres 72. Am 13. Mai (Jahrmarkt) war kein Unterricht. Die Pfingstferien dauerten vom 15. bis zum 23. Mai. Am 17. Juni war, da in Altzauche eine Konferenz abgehalten wurde, kein Unterricht. Die Ernteferien begannen den 16. Juli und endeten den 29. Juli. Die Herbstferien dauerten 3 Wochen; vom 21. September bis zum 12. October. Nachdem der Unterricht bereits am 12. Oct. wieder begonnen hatte, erschien eine Verfügung der Hohen Königl. Regierung zu Frankfurt a./O.; nach welcher es den Herrn Schulinspektor gestattet wurde, die Herbstferien in diesem Jahr zu verlängern, da die Kartoffelernte der ungünstigen Witterung (Regen) wegen sehr zurückgeblieben war. Auf einen Antrag der hiesigen Schulvorsteher wurde deshalb mit Genehmigung des Herrn Lokal-Schulinspektors der Unterricht nochmals vom 26. bis zum 31. October ausgesetzt.

Das Winterhalbjahr begann am 2. November. Am 9. December (Jahrmarkt-Straupitz) war kein Unterricht; desgleichen am folgenden Tage, den 10. Dec., wo in Neu Zauche eine Bezirks-Konferenz abgehalten wurde. Die Weihnachtsferien dauerten vom 29. December bis zum 4. Januar. Noch ist zu bemerken, daß der Unterricht auch am 22. October ausgesetzt wurde, weil an diesem Tage die Kreis-Lehrerkonferenz zu Lübben stattfand.

Quelle: Schulchronik der Gemeinde Laasow 1797 – 1951,

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 11. Februar 2011 um 14:43 Uhr