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Das Jahr 1889

Schulchronik Laasow

Der Sommer d. J. zeichnete sich durch sehr heiße Tage aus. Eine lange anhaltende Dürre, weil es von Mitte Mai bis Mitte Juni nicht einmal geregnet hatte, brachte den Roggen und Hafer sehr früh zur Reife, so daß die Ernte schon am 28. Juni hier selbst ihren Anfang nahm. Großer Mangel an Körner wie auch an Stroh war die Folge davon, und kam der Ertrag nicht dem einer mittelmäßigen Ernte gleich. Am 2. Januar dieses Jahres vormittags gegen 9 Uhr wurde auch die im Anfange dieser Chronik erwähnte Windmühle ein Raub der Flammen. Mit Zustimmung des damaligen Pächters, Mühlenmeister August Reiche wurde dieselbe vom Besitzer, dem Standesherrn Herrn Grafen von Houwald nicht wieder aufgebaut, sondern das im Laufe der Zeit sehr schadhaft gewordene Wohnhaus des Müllers, in welchem sich auch zugleich die Wassermühle früher befand (diese war schon ungefähr 10 Jahre eingegangen) neu erbaut.

Durch den Verlust der Mühle sind die Bewohner des Dorfes, besonders die kleineren Besitzer in eine beschwerliche Lage gekommen, weil sie jetzt ihren Roggen nach den umliegenden Mühlen schaffen müssen.


In diesem Jahre wurde die Osterprüfung am 14. März von dem Lokalschulinspektor Herrn Pastor Penschke abgehalten. Dabei waren zugegen:

a) der Gemeindevorsteher Christian Grasme

b) der Schulvorsteher Friedrich Meehs

Die Prüfung begann vormittags 10 Uhr mit beiden Abteilungen (Klassen) der Schule und zwar wie gewöhnlich mit Gesang und Gebet. Von den biblischen Geschichten des neuen Testaments, die in diesem Jahre durchgenommen waren, kam „Pauli Bekehrung“ zur Behandlung. Hieran schloß sich die Gliederung des 3. Artikels und die Besprechung des ersten Teils von denselben. Nachdem wurden die Kinder im Lesen (Lesebuch) geprüft.

Nun begann die Prüfung der Kleinen (2. Klasse). Es wurde mit denselben die biblische Geschichte „Vom Jüngling zu Nain“ besprochen. Dann wurden einige Gebote und Liederverse aufgesagt und nachher mit allen Abteilungen der 2. Klasse gelesen und mit der letzten Abteilung gerechnet. Zum Schluß wurden von der 2. Klasse noch einige Lieder gesungen und dann um 12 ½ Uhr geschlossen.

Nachmittags begann die Prüfung der 1. Klasse um 2 Uhr. Es wurde aus der Naturbeschreibung „Die Biene“ mit den Kindern besprochen und hernach die Beschreibung derselben im Lesebuch von 1 Kinde gelesen. Dann wurde im Kopfrechnen und nachher im Diktatschreiben geprüft. Zum Schluß wurden einige Choräle und Volkslieder gesungen und dann mit Gebet und Gesang um 4 ½ Uhr geschlossen. Der Tag nach der Prüfung wurde von Herrn Pastor Penschke freigegeben.

Die Entlassung der 5 Konfirmanden, 3 Knaben und 2 Mädchen erfolgte am 13. April und ihre Einsegnung am Palmsonntage. Am 2. April verzogen 2 Knaben und ein Mädchen mit ihren Eltern nach Straupitz. Am 22. April verstarb ein Knabe im Alter von 7 Jahren. Die Osterferien begannen am 16. April und dauerten bis zum 14. April. Neu aufgenommen wurden 5 Kinder, 3 Knaben und 2 Mädchen, am 25. April. Der Unterricht wurde ausgesetzt am Ostermarkt (Straupitz) und 1 Konferenztage (Parochial). Das Sommerhalbjahr begann am 1. Mai.

Quelle: Schulchronik der Gemeinde Laasow 1797 – 1951,

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 11. Februar 2011 um 14:26 Uhr