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Das Jahr 1888

Schulchronik Laasow

Dieses Jahr brachte für unser ganzes deutsches Vaterland tiefe Trauer. Am 9. März in den ersten Morgenstunden schlossen sich die lieben Augen unsers teuren, siegreichen Kaisers Wilhelm Ⅰ. Der Verlust des Vaterlandes und die Trauer um den hochseligen Kaiser wurde am 22. März, seinen Geburtstage in der hiesigen, wie auch in allen Schulen des Vaterlandes eine Trauerandacht gehalten.

Doch kaum waren die Töne der Trauerglocken um den geliebten Kaiser verklungen, so durcheilte eine neue Trauerkunde das deutsche Reich, ja ganz Europa. Kaiser Friedrich Ⅲ. der Nachfolger seines hochseligen Vaters, auf den die Augen des Volkes in großer Liebe, aber auch in banger Sorge blickten, da er trotz seiner schweren jahrelangen Leiden die Regierung seines Landes übernahm, hatte am 15. Juni vormittags 11 Uhr seine irdische Laufbahn beendet.


Die Einsegnung der 5 Konfirmanden, 2 Knaben und 3 Mädchen, geschah am Palmsonntage, nachdem dieselben am Tage zuvor, den 24. März aus der Schule entlassen worden. Die Osterprüfung wurde am 16. März von dem Lokalschulinspektor Herrn Pastor Penschke abgehalten.

Als Zuhörer waren zugegen:

a) der Schulvorsteher Friedrich Meehs und

b) der Gem. Kirchenälteste Gottlieb Kopsch.

Es wurde zuerst die Ober- und Mittelstufe geprüft. Die Prüfung begann mit Gesang und Gebet; dann folgte als 1. Aufgabe die Besprechung der biblischen Geschichte „Von Achans Diebstahl“, im Anschluß daran wurden einige Gebote, Bitten und Lieder hergesagt. Als 2. Aufgabe aus dem Katechismus war die Gliederung des 2. Artikel gestellt. Diese Aufgabe wurde ausgeführt und davon auch der 1. Teil besprochen.

Nach der Prüfung in der Religion wurde im Lesen (Lesebuch) und hernach im Kopfrechnen geprüft. Zum Schluß wurden einige Choräle und Lieder gesungen und die Kinder dann nach dem gebetet und gesungen worden war entlassen. In der Geschichte wurde „Johann Huß“ besprochen. Hierauf folgte die Prüfung der Mittelstufe und Unterstufe. Zur Besprechung kam die biblische Geschichte „Vom Jüngling zu Nain“; dann wurden einige Gebote, Gebete und Liedverse hergesagt. Nachher wurden alle Abteilungen im Lesen und Rechnen geprüft und die Kinder dann mit Gebet entlassen.

Die Osterferien dauerten vom 29. März bis zum 4. April. Neu aufgenommen wurden 7 Kinder, 5 Knaben und 2 Mädchen am 5. April. Das Sommerhalbjahr begann am 1. Mai. Am 27. Mai verzog ein Mädchen der 2. Abteilung mit den Pflegeeltern nach Mochow. Die Pfingstferien dauerten vom 19. bis zum 23. Mai. Am 9. Juli kam ein Knabe von Butzen in Zugang. Die Sommerferien begannen am 15. und endeten am 29. Juli. Herbstferien waren vom 23. September bis zum 14. October. Das Winterhalbjahr begann am 1. November. Außer den Ferien wurde der Unterricht am 25. April (Bußtag), 10. Mai (Himmelfahrt), 31. October, an 4 Markttagen (Straupitz) und 1 Konferenztage ausgesetzt. Die Weihnachtsferien begannen am 23. December und endeten am 2. Januar.

Quelle: Schulchronik der Gemeinde Laasow 1797 – 1951,

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 11. Februar 2011 um 14:20 Uhr