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Spreewaldsagen

Die Schatzgräber vom Koboldsee

Schon seit jeher erzählen sich die Menschen im Spreewald Sagen, welche sich vor langer Zeit zugetragen haben sollen. Waren die Siedlungen und Höfe abgelegen und umgeben von dichten Wäldern und unberechenbaren Gewässern und Sümpfen, dann entstanden sehr oft diese unglaublichen Geschichten. Der Koboldsee bei Laasow ist einer dieser sagenhaften Orte, der die Fantasie der Spreewälder anregte.

Wenn man von Laasow nach Neu Zauche geht, kommt man an einem See vorbei, in dem ein Kobold gehaust haben soll. Nach ihm ist auch der See "Koblow-" oder Kubbelsee genannt. Die alten Leuten erzählen viel, dass auf den Wiesen um diesen See herum Geld vergraben sei. Man war davon fest überzeugt, denn oft genug hatten die Laasower Bauern dort Geld brennen sehen. Wir Menschen des 21. Jahrhunderts wissen, dass es Sumpfgas war. Aber bei den  Leuten von damals war der Aberglaube so festgewurzelt, dass kein Gott oder Mensch sie vom wahren Sachverhalt überzeugt hätte. Die vergrabenen Reichtümer konnten aber nicht von jedem gehoben werden.

Ansicht des Koboldsees bei LaasowNur sieben junge Männer, die alle den Namen Martin hatten, konnte es gelingen, wenn sie in der Osternacht zwischen 12 und 1 Uhr danach gruben. Sie durften aber weder auf dem Hin- noch Rückwege oder an Ort und Stelle ein Wort reden. Es traf sich nun einmal, dass sieben junge Martine sich fanden, die den Schatz heben wollten. Schaufeln und anderes Werkzeug war vorhanden. Die Osternacht war hell und lau, und es war anzunehmen, dass die Sache glückte.

Es wurde kein Wort gesprochen und nur das Klappern der Holzschuhe unterbrach die ländliche Stille. Als sie am See angekommen waren, wurde mit der Wünschelrute die richtige Stelle gesucht. Die Rute wollte anfänglich gar nicht ihre Schuldigkeit tun, erst versuchte der eine, dann der andere, aber ohne Erfolg. Als endlich der Dritte vor Aufregung schweißtriefend damit umherlief, wippte die Rute und man machte sich an die Arbeit. Als man etwa einen Meter tief gegraben hatte, stieß man auf einen eisernen Kasten. In diesem Augenblick rasten zwei Schimmel mit einer feurigen Kutsche an ihnen vorbei, und die jungen Leute klammerten sich erschrocken aneinander, sprachen aber kein Wort. Nachdem man sich vom Schreck erholt hatte, wurde versucht, den schweren eisernen Kasten aus der Grube zu heben. Da kam ein altes hässliches  Weib und fragte kichernd: "Ist die Kutsche schon lang vorbei ?" Keiner antwortete. Sie humpelte weiter. Da konnte sich der eine der Männer nicht beherrschen und rief ihr nach: "Du alte Gewitterhexe wirst sie ja doch nicht mehr einholen!" Krach, und der Kasten stürzte zurück ins Loch. Der Beherzteste wollte nach springen - da läuteten die Glocken in Straupitz die Ostermesse aus. Es war 1 Uhr und der Zauber hatte keine Wirkung mehr. In der Grube lag nur ein großer Stein. Betrübt und abgespannt machten sich die Männer auf den Rückweg.

Quelle: unbekannt

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 29. Dezember 2011 um 20:31 Uhr