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Das Jahr 1931

Schulchronik Laasow

Butzen zahlt immer noch nicht. Da die Gemeinde aber einen Erg.-zuschuß von 400 RM erhalten hat, kann sie zahlen und von Zwangsmaßnahmen abgesehen werden. Mitte Januar war ich zu neuerlicher Verhandlung im Kreisausschußbüro. Für 1931 beantragt Laasow eine anderweitige Verteilung der Kreisbesteuerungsmerkmale, damit es nicht weiterhin benachteiligt wird.

Am 22. Januar kommt vom Hochbauamt Cottbus der Bescheid, daß es die Gänseweide als Bauplatz ablehnt. Der Schulvorstand beschließt trotzdem, die Gänseweide nochmals als Bauplatz vorzuschlagen. Das geschieht durch Schreiben vom 14. Februar 1931.

Am 11. März starb die älteste Einwohnerin der Gemeinde im Alter von 91 Jahren, 3 Monaten – die Auszüglerin Meeß.

Am 12. März ein nicht alltägliches Ereignis. In der Nacht hatte ein Schneesturm geherrscht, wie ich ihn noch nicht erlebt hatte. Schon am Tage war der Sturm so, daß man zeitweise nicht die gegenüberliegenden Häuser sehen konnte. Am 12. März blieb der Güterzug, der Schneeschippen bei sich hatte, im Schnee hinter den Lehmgruben stecken. Die Lokomotive und ein Personenwagen entgleisten. Die Güterwagen waren mit Steinen beladen und drückten mit ihrer Wucht die hintere Stirnwand des Personenwagens ein. Plattform, Bänke, Scheiben und Dach gingen in Trümmern. Bei kaltem Sturm und Schnee war das Aufgleisen kaum angenehme Arbeit. Aber viele Zuschauer hielten aus. So etwas hatte man nicht oft in der Nähe.

In der Bauangelegenheit beschloß der Schulvorstand im April, mit der Regierung mündlich über die Belastung der Gemeinde zu verhandeln. Es kam aber zu keiner Verhandlung, da das Hochbauamt trotz mehrfacher schriftl. u. persönlicher Mahnung die für die Verhandlung in Frankfurt notwendigen Unterlagen uns nicht zukommen ließ. Die Finanzkrise von Mitte Juli 1931 ließ auch ein Weiterverfolgen der Angelegenheit aussichtslos erscheinen.

Der Herbst brachte für die Gemeinde die nahe Erfüllung eines lang gehegten Wunsches. Am 19. November kaufte der Vorstand der Genossenschaft eine Fuhrwerkswaage zur Aufstellung auf der Gänseweide. Mit den Erdarbeiten konnte infolge des milden Winters sofort begonnen werden.

Der letzte Monat des Jahres brachte noch ein besonderes Erlebnis. In der ersten Woche war im Gasthaus eine Volksmissionswoche. Herr Volksmissionar Erdmann-Zossen sprach jeden Abend vor etwa 140 – 150 Mitgliedern der Gemeinde über ernste religiöse Fragen. Immer waren diese Abende außerordentlich gut besucht und die Frucht dieser Woche war die Gründung einer Frauenhilfe.

Quelle: Schulchronik der Gemeinde Laasow 1797 – 1951,

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 25. Februar 2011 um 14:43 Uhr