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Das Jahr 1930

Schulchronik Laasow

Im Winter 1929/30 ließ sich im Vergleich zu seinem Vorgänger recht zahm an. Die Einwohner hatten sich mit Holz und Kohle reichlich eingedeckt. Indessen behielt man reichlich drüber. Das Frühjahr brachte der Gemeinde einen neuen Gemeindevorsteher. Bei der Gemeindewahl konnte man sich auch nicht einigen. Es gingen 3 Wahlvorschläge ein: 1. M. Schulz, 2. Volkhammer u. 3. K. Groger. Die ersten beiden stammten aus den Reihen der Bauern. Da sie sich aber nicht einigen konnten, erhielten sie trotz ihrer 61 Stimmen gegen 58 Stimmen des K. Groger nur 4 Sitze von den neun Gemeindevertretern. Es ist das erste Mal, daß die sogenannten „Kleinen“ die Mehrheit in der Gemeinde hatten. Aber durch eine unverzeihliche Nachlässigkeit gingen sie bei der Schöffenwahl leer aus. Ihr Wahlvorschlag war zu spät eingereicht. Ein Einspruch beim Landratsamt blieb erfolglos.

Am 15. Mai erfolgte die Amtsübernahme durch den neuen Gemeindevorsteher Karl Groger. Er wurde auch gleichzeitig Schulvorstandsmitglied. Bei der Übergabe wurden die vorjährigen Steuerlisten, Voranschläge usw. nicht übergeben, so daß der neue Vorsteher vor einer großen Leere stand. Aber innerhalb 3 Tage wurde der Schuletat, der Gemeindeetat aufgestellt und über die Gemeindesteuer beschlossen. Im Schuletat wurden dies Jahr 900 RM für ein neues Schuldach eingesetzt. Der Schulvorstand beantragte Besichtigung des Schulgehöftes durch das Hochbauamt Cottbus.

Im Gemeindeetat waren auch 900 RM für Anschaffung einer neuen Feuerspritze und die Anlage eines Feuerlöschbrunnens eingesetzt worden. So wurden die Gemeindesteuern bedeutend erhöht und erreichten die noch nie dagewesene Höhe von 370%. Am … 1930 hielt die neue Feuerspritze ihren Einzug, recht sang- und klanglos. Hätte sie durch ihre Glocke nicht selbst ihr kommen angezeigt, manch einer hätte nichts davon gemerkt.

Der Sommer blieb bis zur Julimitte recht trocken. Die Dürre schien verhängnisvoll zu werden. Da setzte Mitte Juli Regen ein. Das hielt längere Zeit an, so daß es verregnete Herbstmonate gab.

Die mit großer Spannung erwartete Wahl verlief ruhig, kaum das zwei Wahlveranstaltungen zustande kamen. Bei diesen saß der Redner mit 6-7 Zuhörern am Biertisch und gab seine Weisheiten zum besten. Die Wahl brachte wie überall eine arge Zersplitterung und ein anwachsen der radikalen Parteien. Hier das Ergebnis: Reihenfolge nach dem amtlichen Stimmzettel: SPD = 19, DU = 4, Kommunisten = 8, DT. Volkspartei = 3, Staatspartei = 2, Nationalsozialisten = 11, Volksrechtspartei = 3, Deutsche Bauernpartei =3.

Vor der Wahl (14. Sep.) schickte ich als Verbandsvorsteher eine Zahlungsaufforderung an die Gemeinde Butzen. Seit dem 11. Oktober 1929 war die Laasower Mühle nach Butzen eingemeindet. Die Gemeinde glaubte aber, sie brauchte nicht zu zahlen. Als unsere Forderung von über 700 RM in Butzen eintraf, konnte man den Schrecken vorstellen. Manch Brief und Ansicht ging hin und her, bis schließlich der Kreisausschuß entschied. Butzen zahlt, allerdings nur etwas über die Hälfte unserer Forderungen.

Am 28. November fand die im Mai beantragte Besichtigung des Schulhauses statt. Bei der Besichtigung waren zugegen: der Herr Schulrat, der Herr Regierungsbaumeister vom Hochbauamt Cottbus, der Herr Gemeindevorst. und der Lehrer. Ergebnis: Das alte Haus ist baufällig. Reparaturen lohnen sich nicht mehr. 2 Bauflecke werden besichtigt: Gänseweide und ein Fleck vor dem Dorfe gegenüber der Schneidermühle. Der Schulvorstand wird beauftragt, den zweiten Fleck zur Verfügung zu stellen. Daraufhin Gemeindevertreter und Gemeindeversammlung, letztere beschließt, die Gänseweide dem Hochbauamt als Bauplatz vorzuschlagen. Das geschieht durch Schreiben vom 10. Dezember 1930.

Der Winter ist eigentümlich. Frostperioden mit Tauwetter, dabei ziemlich starke und schnelle Gegensätze.

Quelle: Schulchronik der Gemeinde Laasow 1797 – 1951,

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 25. Februar 2011 um 14:41 Uhr