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Das Jahr 1928

Schulchronik Laasow

Still hielt das neue Jahr seinen Einzug. Fastnacht brachte Leben ins Dorf und einige Tage vergaß man den kalten Winter. Manch einer hatte sich schlecht mit Kohlen eingedeckt. Einen sah ich fast täglich aus dem Walde einige Stangen holen, damit er sich eine warme Stube machen konnte. Andere borgten Kohlen.

Acht Tage nach Fastnacht gabs abends in der zehnten Stunde wieder einmal Feuer. Lichterloh brannte es. Das Vieh war rechtzeitig in Sicherheit gebracht worden. Auf dem angrenzenden Gehöft (Martin Knopf) stand nur wenige Meter von der brennenden Scheune ein baufälliger Stall. Der mußte geräumt werden. Kaum war das Vieh heraus, fing er Feuer. Da er zum größten Teil aus Holz gebaut war, gab er mächtige Flammen und eine Gluthitze, so daß man schleunigst den Hof verlassen mußte. Plötzlich legte sich der ganze Stall, dessen Sparren noch zusammen hielten, nach vorn über und stürzte mit lautem Krachen in sich zusammen. Hoch auffahrend folgte ein schaurig schöner Feuerregen. Dann kamen auch die Feuerwehren von Neu Zauche und Butzen und die Motorspritze von Straupitz. Zum ersten Mal gab sie in Laasow Wasser aus einem Wasserloch hinter Knopfs Scheune. Es dauerte nicht lange, so war alles schwarz. Der Schaden ist, daß M. Knopf nur mit einigen hundert Mark versichert ist, ganz bedeutend.

1928 Laasow Fahnenweihe Im Dorf gab es wieder Arbeit. Für den Sommer ist die Fahnenweihe des Kriegervereins geplant. Da soll es schön aussehen. Zäune werden gebaut. Sogar die Schule bekommt ihren, ohne das ich ein Wort gesagt habe. Man will sich anscheinend mit dem baufälligen Ding nicht auslachen lassen. Auf der Gänsewiese wurden Obstbäume gepflanzt.

Die Wahl zum Reichs- und Landtag war wenig aufregend. Am Dienstag vor dem 20. Mai war im Gasthaus eine Wahlversammlung von der SPD. Der Wahltag mit dem regnerischen Wetter brachte nur wenig Wähler an die Urne. Von 183 Wahlberechtigten übten nur 64 ihr Stimmrecht aus, also nur 35%. Von den 64 abgegebenen Stimmen entfielen:

8 Deutschnational, 31 Christlich-nation. Bauernpartei, 13 SPD, 4 Demokraten, KPD 5, Wirtschaftspartei 1, Deutschsoziale 1, Deutsche Volkspartei 1.

8 Parteien! Für unser Dörfchen genug Zersplitterung.

19.06.28

ges. gez. Pflügen

Der Sommer ging ohne besonderes Ereignis vorüber. Eine gute Ernte konnte eingebracht werden. Aber kaum war die Ernte des Herbstes untergebracht, so fing es wieder einmal an zu brennen. In Cottbus war „großer Markt“. Da brach fast gleichzeitig bei dem Häusler K. Groger und Stammgutsbesitzer Kluge Feuer aus. Es mochte in der zehnten Stunde sein. Als meine Kinder oben zu Bett gingen, fiel ihnen das laute Treiben auf der Straße auf. Als sie das Fenster öffneten, hörten sie „Feuer“ rufen. Auf der Gänseweide suchte man das Vieh zu bergen und wegzuführen. In den beiden Stallungen brannte es bald lichterloh. Die Radiostange bei Kluge bannte auch, blieb aber dennoch stehen. Ein wohltätiger Wasserstrahl rettete ihr das Leben. In der Scheune des Kluge hatte der Schlosser Bathow seine Werkstatt. Er war mit Groger auf dem Cottbuser Markt. Da sah man viele Hände in seiner Werkstatt retten und wegtragen. Anscheinend mußte viel Handwerkszeug verbrannt sein. Denn er soll nachher ziemlich viel Entschädigung erhalten haben. Indes war dies noch nicht das letzte Feuer. Bei der Auszüglerin Haschzigk brannte der Stall ab. Das ging so ruhig vor, daß wir oben kaum etwas merkten. Über die Entstehungsursache war auch hier nichts zu erfahren.

Quelle: Schulchronik der Gemeinde Laasow 1797 – 1951,

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 25. Februar 2011 um 14:36 Uhr