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Das Jahr 1925

Schulchronik Laasow

Das Jahr 1925 brachte gleich im ersten Monat ein Feuer. Am 22. Januar entstand durch Schornsteinbrand bei dem Stammgutsbesitzer Chr. Knopf Feuer. Wir mußten meine Geburtstagsfeier unterbrechen. An der Scheune standen wir und sahen dem Feuer zu. Ich war mal einen Augenblick nach Hause gegangen. Als ich wiederkam, fing die Scheune auch an zu qualmen. Es dauerte nicht lange, da schlugen die hellen Flammen zum Dach hinaus, der kleine Stall der Witwe Bottow wurde mit Not und Mühe gehalten.

Im Januar stellte der Schulvorstand einen Antrag auf Gewährung eines einmaligen Ergänzungszuschusses von 200 M. Im Februar erhielten wir das Geld. Auch für den Lehrer eine Freude. Die Regierung bewilligte ihm 50 M Beihilfe, der Schulvorstand 30 M gegen Überlassung des eisernen Herdes an den Schulverband.

Der Februar brachte der Gemeinde ein wichtiges Ereignis. Am 21. Februar wurde der Ausbau des Ortsnetzes der Firma Bergmann A.G. Berlin übertragen. Über den Bau der Hochspannungsleitung fanden schon vorher Verhandlungen mit der NUC statt. Bald danach begann auch der Ausbau der elektrischen Hausanlagen. Im Schulhause baute die Firma Bergmann. Sonst war vor allen Dingen die Firma Thiele - Lübben am Ausbau beschäftigt. Daneben noch einige kleinere Unternehmer. Bis zum 1. Juli sollte der Bau des Ortsnetzes beendet sein. Hoffen wir es.

Aber ehe das brennen wird, brannte es noch einmal woanders. Eines abends, nach 10 Uhr, brach auf dem Gehöft des Halbbauern Schieban Feuer aus. Ein kleiner Stall und das Wohnhaus gingen in Flammen auf. Das alte Haus gab eine mächtige Glut. Gerettet wurde nur das Notdürftigste. Da der Wind zu Faber rüberstand, fing auch der Stall bald Feuer. Er brannte schnell nieder. Viele Menschen waren da, doch wenig Helfer. Als ich am nächsten Tage wieder die Brandstelle besuchte, waren aus zwei über Nacht drei geworden. Ich war etwa um 12 Uhr nach Hause gegangen. Nachdem brach dann noch Feuer im Stall des Halbbauer Bochan aus, so daß auch der am nächsten Morgen eine wüste Stelle war. Inzwischen rüsteten die anderen Abgebrannten zum Wiederaufbau. Im Laufe des Sommers entstand bei dem Ziegeleibesitzer Schulze ein mächtiges Gebäude, Wohnhaus und Stall, das vom Dorfe aus den Eindruck eines kleinen Gutes macht. Im Dorfe entstanden zwei neue Wohnhäuser (Chr. Knopf und Schieban) im Laufe des Sommers. Dazu zwei große Ställe bei Faber und Bochan.

Der erste Juli sollte uns das elektrische Licht bringen. Aber es wurde daraus natürlich nichts. Wir mußten dann bis Mitte September warten. Am 17. September nachmittags brannten zum ersten Male die Lampen. Am Abend hatte sicherlich jeder sämtliche Lampe probiert, ob sie auch tatsächlich brennen, oder vielleicht auch, um einmal zu sehen, wie seine Stuben bei elektrischem Licht ausschauen. Aber nicht allen war es vergönnt. Verschiedene Besitzer hatten mit einem Cottbuser Installateur Bauverträge abgeschlossen, weil sie billig erschienen, auch Wechsel unterschrieben. Die Wechsel mußten eingelöst werden. Gebaut war aber nur wenig geworden. Als dann die NUC kam, wurden sämtliche Installationen des betr. Installateurs nicht abgenommen. Die NUC baute weiter, und die betreffenden Besitzer mußten noch einmal zahlen.

Als in Straupitz Kirmes war, brannte das Gehöft des Häuslers F. Plowa nieder. Es war am 15. November. Als ich abends nach Schluß des Radioprogrammes noch vor die Tür ging, sah ich den Rauch aufsteigen und gleich darauf rief ich: „Feuer!“. Im Hause des Plowa war niemand anwesend. Das Vieh wurde aber vom Nachbarn gerettet.

Quelle: Schulchronik der Gemeinde Laasow 1797 – 1951,

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 25. Februar 2011 um 13:58 Uhr