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Das Jahr 1922

Schulchronik Laasow

Das neue Jahr brachte viel Krankheit unter die Kinder. Im Januar fehlten die Hälfte, zeitweise sogar 9/10 der Schulkinder. Darunter litt der Schulbetrieb. Ob an dem weiten Umsichgreifen der Krankheit teilweise die kalte Schulstube beitrug? Im März ging der Schulvorstand daran, für den nächsten Winter eine warme Schulstube zu schaffen. Er stimmte den Vorschlag des Lehrers zu, durch eine Wand das Schulzimmer zu verkleinern. Einmal war dadurch die Möglichkeit gegeben, das verkleinerte Schulzimmer durch einen neuen Ofen leichter zu erwärmen. Zum anderen bekam der Lehrer dadurch ein Zimmer, das ihm wegen sonstigen Platzmangels willkommen war. Ein der Regierung eingereichter Antrag auf Genehmigung der baulichen Veränderung im Schulhause wurde angenommen. Der Gemeindevorsteher übernahm die Beschaffung der Baumaterialien, so daß es in den Sommerferien losgehen konnte. Aber es kam anders.

Am 6. Juli brach auf dem Faberschen Gehöften bei warmen Südsturm ein Feuer aus, das beide gefüllten Scheunen in Schutt und Asche legte. Dem Anbauer Karl Faber verbrannten viele Ackergeräte und ein neuer Wagen. Dem Mieter Heinrich Schwitzke Maschine, Fahrrad, Heu, etwa 35 m Holz u.a.m. Entstanden war das Feuer wohl durch Funkenflug. Zu retten war bei dem Sturm nicht viel. Mit Mühe konnte das Feuer von den Wohnhäusern ferngehalten werden. Die Abgebrannten erlitten einen beträchtlichen Schaden, weil sie zu niedrig oder gar nicht versichert waren.

Der geplante Umbau im Schulhause wurde erst in den Herbstferien begonnen. Der Töpfer kam erst am vorletzten Ferientag, so daß die Ferien um 3 Tage verlängert werden mußten.

Der vergangene Sommer war ausgesprochen kühl und naß, wie es auch vorausgesagt worden war. Das Frühjahr war trocken, so daß das Getreide im Allgemeinen niedrig blieb. Der Körnerertrag mittelmäßig. Gut im Allgemeinen die Kartoffelernte, teilweise sehr gut. Außerdem ein reiches Obst- und Weinjahr. Wahrlich ein gesegnetes Jahr für die Landwirtschaft. Und doch konnte die Gemeinde erst im Oktober ihre Schulverbandbeiträge für 1920/21 in Höhe von 10200 M bezahlen. Selbst nichts geben, immer nur nehmen! Das zeigte sich auch, als der Schulvorstand das Dienstland abschätzen sollte. 10 Ztr. Roggen für nicht ganz 7 Morgen! Ein bischen grob! Aber es schadet nichts, das Finanzamt schläft nicht. Nur die Zeit abwarten.

Im Oktober fanden mehrere Versammlungen statt, in denen Bergbaugesellschaft den Besitzern das Nutzungsrecht auf Kohle abkaufen wollten. Aber viel Erfolg hatten die fremden Herren nicht. Die Gemeinde ist nicht leicht von praktischen Neuerungen zu überzeugen. Dasselbe sehen wir ja beim elektrischen Licht. Über ein Jahr haben einige Besitzer installiert und brennen trotzdem ihren Petrolium.

Quelle: Schulchronik der Gemeinde Laasow 1797 – 1951,

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 25. Februar 2011 um 13:41 Uhr