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Das Jahr 1921

Schulchronik Laasow

Anfang des Jahres ging man daran, für die vorstehend Gefallenen ein würdiges Denkmal zu errichten. Wie die Gemeinde ein Denkmal erhielt, beschreibt die Schülerin Ida Kieper wie folgt:

„Die Anregung zur Errichtung eines Kriegerdenkmal ging vom Kriegerverein aus. Dieser sammelte Pfingsten zum ersten Mal Geld. Später wurde noch einmal gesammelt. Die Laasower hatten sich in Caminchen ein Denkmal angesehen. Sie bestellten sich ein ähnliches Denkmal. Der Bildhauer Lehmann aus Lübben machte das Denkmal. Es wurde auf dem Dreieck vor de Schule aufgestellt. Am 8. August wurde der Grundstein gelegt. Das taten die Maurer Zech, Schwitzke und Faber. Der Grundstein besteht aus (Steinen) Feldsteinen. Oben ist Zement gegossen. Das Denkmal holte Herr Paul Kieper mit dem Wagen von Lübben. Am Tage darauf wurde es aufgestellt.

Das Holz zum Zaun gab der Herr Graf in Straupitz. Den Zaun machten einige Zimmerleute. Gestrichen wurde er von Herrn G. Zöllner, Herrn Kluge und Herrn Knopf. Die Blumen wurden von den Angehörigen und von anderen gespendet. Unser Herr Lehrer pflanzte sie und pflegt sie. Das Denkmal besteht aus vier Granitblöcken. Der unterste, hellere, ist gestockt. Die anderen sind dunkler und auf allen Seiten poliert. Auf dem Denkmal steht ein Adler. Dieser schaut nach Osten. Der Adler drückt die Flügel nach unten. Das bedeutet, daß Deutschland bedrückt ist. Wenn Deutschland wieder frei sein wird, wird auch der Adler seine Schwingen wieder ausbreiten.“

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Der Winter trat früh ein und war zeitweise streng. Darunter mußten vorallem die Schulkinder leiden. Da der Ofen schlecht heizte, waren morgens manchmal nur 2-3 Grad in der Schule. An Abhilfe war mitten im Winter nicht zu denken. So mußten wir weiter frieren. Zu Weihnachten wollten die Kinder wie im Vorjahr eine Feier mit Aufführungen veranstalten. Für die Aufführungen wurde 2 kleine Stücke eingeübt: Prinzessin Grete und Hänsel und Gretel bei dem Weihnachtsmann. Dazu einige Weihnachtslieder und Gedichte. Der Jagdpächter, Herr Heese hatte 100 M zur Weihnachtsfeier gestiftet. Dafür wurden Hefte, Bleistifte und Federn an die Kinder verschenkt, z.T. verlost. Die Weihnachtsfeier selbst verlief vorzüglich. Die Kinder sangen und spielten, daß es eine Lust war, anzusehen und zuzuhören. Das ganze Dorf war erschienen. Und dennoch war eine Frau der Meinung, daß das Eintrittsgeld mit 3 M zu hoch bemessen war. Man wird sich´s merken müssen für künftige Fälle. Der Elternbeirat hielt seinen Winterschlaf; denn nicht ein Wort der Anregung oder Anerkennung kam von ihm. So ging Weihnachten freudvoll dennoch vorüber.

Quelle: Schulchronik der Gemeinde Laasow 1797 – 1951,

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 25. Februar 2011 um 13:38 Uhr