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Das Jahr 1918

Schulchronik Laasow

Der Winter entsprach nicht den Befürchtungen aus den Erfahrungen des Winters 1916/17. Und das zum Glück, sonst hätte manch einer (Schule!) wahrscheinlich nicht immer in warmer Schule sitzen können. Der April brachte uns von Anfang an nur warme Tage und Gewitter, so daß schon am 13. April die Pflaumenbäume blühten. Heute, 17. April stehen sämtliche Birnen- und Kirschbäume in voller Blüte.

Die Kaiserschlacht in Frankreich (Beginn 21. März) brachte nach langer Pause der Gemeinde Opfer. Seit September 1916 ist der Sohn des Häuslers Gottfried Faber im Westen vermißt gemeldet. Am 25. März 1918 fiel der Sohn Paul der Witwe Bottow. Am 7. Juli 1918 fiel der Wehrmann Gustav Nattke. Er hinterläßt eine Witwe mit 2 Kindern.

Der November kam. Er brachte uns das, was viele vorausgesehen hatten, den Umschwung in unserem Vaterlande, bedingt wohl durch die Kampflage im Westen. Ob es für unser Vaterland besser sein wird, soll der Verlauf der Revolution lehren. Der Schule brachte sie bisher Erfüllung eines lang erstrebten Zieles: Aufhebung der Ortsschulaufsicht durch die Geistlichen. Hoffentlich erreichen wir noch mehrere unser Ziele zum Heile der Schule und unsers Standes.


Am 21. Februar 1918 war Osterprüfung. Der dazu eingeladene Schulvorstand war nicht erschienen. Am 3. Februar im hiesigen Gasthause vom Jugendbund Waldow und der Schule zu Laasow anläßlich des Geburtstages S.M.d. Kaisers ein Familienabend veranstaltet. Koll. Mak – Waldow sprach über das Thema: „Die Bedeutung des Landwirts für die innere Front“. Zahlreicher Besuch und reges Interesse waren der Dank für die Arbeit der Veranstalter.

Sonnabend von Palmarum wurden 4 Kinder (ein Knabe und drei Mädchen) entlassen. Neu aufgenommen wurden 4 Knaben und ein Mädchen, so daß die Schülerzahl bei Beginn des neuen Schuljahres 45 Schüler (25 Mädchen, 20 Knaben) betrug, nachdem kurz vor Ostern der Schüler Karl Schneider aus Berlin hinzugekommen war. Am 19. März fand eine Revision durch den Königlichen Kreisschulinspektor Herrn Oberpfarrer Zierach Friedland statt.

In den letzten 4 Wochen des verflossen Schuljahres war nur an 3 Tagen der Woche Unterricht; infolge Erkrankung zweier Kinder des Kollegen Klinkott in Mochow mußte der Lehrer in der dortigen Schule vertreten.

Für die 8. Kriegsanleihe wurde durch die Schulkinder 2600 M gezeichnet. Für diese Summe wurden laut anliegender Quittung 2521,75 M bei der ständischen Nebensparkasse in Straupitz eingezahlt.

Der Kursunterschied 2600 M ist nach
unterstehender Aufstellung -2521,75 M
78,25 M verteilt worden.

 

 

 

Die von den Kindern im Kriege gezeichnete Kriegsanleihe im Gesamtbetrage von 4317 M wurde von mir im Januar 1926 bei der Nebensparkasse in Straupitz zur Aufwertung angemeldet. Bei der Berechnung der Arbeitslosenrechte fielen 300 M, die über 4000 M waren, aus. Auf die 4000 M Kriegsanleihe entfielen 100,- Reichsmark Auslosungsrechte. Diese wurden im Dezember 1926 mit 517,- M ausgelost. Dieser Beitrag wurde laut nachstehender Liste ausgezahlt. (siehe Seite 177!)

Quelle: Schulchronik der Gemeinde Laasow 1797 – 1951,

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 20. Februar 2011 um 19:42 Uhr